#allesaufdenTisch: Die Gedanken sind frei und Mut ist ansteckend

Der Mainstream reagiert auf #allesaufdentisch mit #einfachmaldummstellen. Doch was, wenn kritische Künstler und Wissenschaftler nun keine Ruhe geben?

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Angenommen, Sie haben einen Lieblingsitaliener und genießen dort seit Jahren schon immer die besten Spaghetti Bolognese. Doch irgendwann kippt die Begeisterung in ihr Gegenteil, die Qualität wird schlechter, die Magie des Genusses ist weg. Sie stellen den Koch zur Rede, doch das Gespräch gestaltet sich schwierig. Man redet aneinander vorbei. Wenn Sie «verkochte Nudeln» sagen, sagt der Koch «ist Tradition». Auf «Analogkäse» hören Sie nur: «Ist doch auch Käse!» Und irgendwann sagen Sie den Satz der Sätze: «Das ist keine Bolognese». Und die einzige Antwort, die Sie bekommen lautet: «Doch, denn ich koche das immer so». Erfahrung sagt gar nichts, meinte mal Tucholsky: Man kann auch 50 Jahre alles falsch machen. Heißt in unserem Beispiel: Auch tausende falsche Spaghetti Bolognese machen die Bolognese nicht echt.

Der Mainstream in der Trotz-Wagenburg

Seit letzter Woche fordern Schauspieler, Dramaturgen und Regisseure in Gesprächen mit bisher im Mainstream wenig gehörten Experten, dass in Sachen Corona endlich #allesaufdenTisch kommt. Und die Reaktion der Medien liest sich im Grundtenor oft wie die Erklärung des falschen Bolognese-Kochs. Gottchen, was haben wir gekocht und euch vorgesetzt, Debatten in rauen Mengen auch noch, und jetzt heißt es von ein paar undankbaren Kultur- und Bühnenclowns: Hey Mainstream, uns schmeckt´s nicht. Geht´s noch?

#Allesaufdentisch als nächste Staffel von #allesdichtmachen? Das kann man so sehen. Und zwar als eine beim Publikum viel Aufsehen erregende und dringend notwendige Notarztserie. Im Programm: offene Operationen am Herzen der Demokratie. Emergency Room für den Debattenraum. Künstler und Wissenschaftler sind hier als Reanimationsteam für einen um Luft ringenden Patienten zu sehen, den Medien und Politik gleichermaßen seit 1,5 Jahren im Corona-Würgegriff halten: den freien Bürger mit gesundem Menschenverstand, der in einem Prozess der Urteilsfindung auf evidenzbasierter Grundlage nach Antworten sucht, die er zwar bestellt aber nie bekommt. Der Journalismus von früher, der kritische, investigative, die Mächtigen herausfordernde und bloßstellende: Er ist fast tot.

All das darf deshalb offenbar nicht sein. Während bei #allesdichtmachen noch mit dem erhobenen Zeigefinger und gouvernantenhaften Abzügen in der B-Note (Vergehen: Satire) reagiert wurde, geht es nun in die nächste Staffel mit offener Diffamierung und Hetze. Um den Debattenraum in Deutschland und in der Welt ist es miserabel bestellt. Die Absagen von Drosten, Wiehler, Lauterbach, Nguyen-Kim u.a. zeigen es. Man will nicht mit Kritikern sprechen. Man hat Angst vor ihnen.

Die Maske der Zensoren fällt

Die Reaktionen auf #allesaufdentisch sind Realsatire in Reinform und eine Selbstdemontage der Beteiligten unter dem Motto #einfachmaldummstellen.

Der Grünenpolitiker und Landesminister Jan Philipp Albrecht holte sogleich die größte Keule heraus, die es überhaupt gibt. Verleumdung ins Blaue hinein, mit justiziablen Aussagen. Seinen Tweet hat er wohlweislich schon wieder gelöscht.

Nils Minkmar schlüpft in der SZ in die Rolle des Bolognese-Kochs, der dem Kunden Realitätsverlust vorwirft, wenn es ihm nicht schmeckt: Was haben wir debattiert! Und nennt vorsichtshalber dann auch gleich Markus Lanz, nicht etwa die SZ, als Beleg. Dann verheddert er sich im Dickicht der in seiner Bubble gefühlten Fakten. «Niemand hat das Recht, eine Pandemie zu verbreiten» heißt es bei ihm, doch was schlau und staatstragend klingen soll, kommt leider über ein Strohmann-Argument nicht hinaus. Doch es wird noch besser:

«Wer sich und andere nicht durch eine harmlose, kostenlose Impfung schützen möchte, hält sich eben von allen Situationen fern, wo es zu einer Ansteckung kommen könnte.»

Minkmar leugnet damit nicht nur Impfnebenwirkungen und Impftote. Er ist auch ahnungslos über den Umstand, dass selbst Geimpfte infektiös sein können. Wer für diese Form der Desinformation auch noch Geld in Form eines Abonnements bezahlt, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen. Minkmar ist in der Rolle des trotzigen Kochs, der dem Kunden irgendwann sagt: So ihr Idioten, Schluss mit der Diskussion, dann koche ich euch jetzt nochmal eine Bolognese, damit ihr´s wisst! Und dann kommt er mit einem labbrigen Kartoffelgratin an und erntet erst recht Spott.

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Auf Doris Dörrie wirkte der geistige Tiefflug des Strohmann-Arguments von Minkmar offenbar so elektrisierend, dass sie beim Deutschen Filmpreis noch einen drauflegte. «Nein, es muss nicht alles auf den Tisch», meinte sie doch tatsächlich, wohl ohne zu merken, dass sie damit dem zitierten Minkmar widerspricht. Wie bitte? Ein paar Dinge sollen also schön unter dem Teppich bleiben? Und dann was? Unter dem Teppich vor sich hingammeln? Einfach nur, damit ein paar Leute, die ihren Job nicht richtig gemacht haben, noch eine Weile etwas besser dastehen? Aber klar, eine super Idee: In sizilianischen Mafia-Dörfern wird diese Methode schon seit Jahren erfolgreich praktiziert. Es hat wirklich was von DDR-Fernsehen im Endstadium.

In der FAZ konnte man schließlich lesen, dass wir wohl noch nicht in Nordkorea leben, sonst hätte man von der Aktion #allesaufdentisch ja gar nicht erst gehört. Unlustiger Fun-Fact: Während Sie das hier lesen, sind die ersten Videos auf dem Hauptkanal von Youtube bereits gelöscht. Vier Videos sind es bisher, u.a. das Video mit Gerald Hüther über Angst, hier ein Backup auf meinem Kanal:

Der #allesaufdenTisch-Kanal auf Vimeo ist sogar gänzlich gelöscht worden. Die Initiatoren gehen rechtlich dagegen vor. Und das im freiesten, diversesten und kritischsten Debattenraum, den wir in Deutschland je hatten.

Dass gerade von Seiten der Techplattformen massiv daran gearbeitet wird, dass von der Aktion möglichst wenig publik wird, scheint man nicht mal zu merken. Noch verläuft offenbar nicht nur bei der FAZ ein Graben der Wahrnehmung zwischen der Welt, an die manche gerne glauben würde und der Welt, wie sie wirklich ist. Die Zensur kritischer Kanäle war in Mainstream-Medien ja nie ein großes Thema. Grundlegende Kritik daran? Fehlanzeige. In Zeiten schwindender Auflagen freut man sich offenbar, wenn Techplattformen und Faktenchecker die Drecksarbeit der Konkurrentendezimierung durchführen.

Der Runde Tisch ist unvermeidbar

Was ist die Lehre aus alldem? Offenbar hält man sich in den Mainstream-Medien wirklich noch für eine Wagenburg der Deutungshoheit und Unfehlbarkeit. Doch was, wenn das gar nicht der Fall ist? Was, wenn die Wagenburg löchrig ist und die Mehrdimensionalität des Denkens noch lebt, aber eben noch ausgeblendet oder unterdrückt wird? Die Situation gleicht dann einem Ball, den man unter Wasser drückt und der nur darauf wartet, hochzuschnellen. Der Mainstream ist mächtig aber letztlich ein Koloss auf tönernen Füßen. Denn es genügt eben in der totalen Denkfinsternis nur ein Streichholz, um Licht ins Dunkle zu bringen.

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Die Gedanken sind frei, Ideen lassen sich nicht aufhalten und Mut ist ansteckender als Schweigen aus Feigheit. Der hervorragende Bericht des Journalisten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, Ole Skambraks, der vor kurzem im Magazin Multipolar erschien, spricht Bände über die tatsächliche Situation in den Redaktionsstuben: Man sieht, dass es vorne und hinten nicht passt und immer mehr finden auch den Mut, das zu sagen. Die Fragen, die er stellt, strafen den Mainstream Lügen.

Die Aufarbeitung geht gerade erst los. Und es sind viele und immer mehr, die diese wollen. Der Runde Tisch ist kein Affront, sondern im Grunde eine Goldene Brücke der Beteiligten von #allesaufdentisch. Es ist die Möglichkeit für alle Pandemie-Paniker, durch kritische Aufarbeitung verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Im Grunde ist es die ausgestreckte helfende Hand an alle verbliebenen Aufrechten, die sich aus dem Morast der Lüge, des Schweigens und der Feigheit noch herausziehen wollen. Schluss mit der Covid-Cancelculture!

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Kritische Geister und fragende Künstler und Wissenschaftler werden nicht verschwinden, solange die Fragen nicht geklärt sind. Der große Denkfehler des Mainstreams besteht darin, in den Aktionen #allesdichtmachen und #allesaufdentisch eine Art Strohfeuer zu sehen, einen Kastenteufel, der mal eben kurz rausgesprungen ist und den man mit ein, zwei Artikeln wieder zurück in den Kasten stopfen kann. Doch die brennenden Fragen sind wie Säure, die sich seit 1,5 Jahren durch das Pandemie-Narrativ fressen. Und zwar bis auf den Grund. Auf den Grund, wo die Antworten warten.

Der Runde Tisch ist unvermeidbar. Und immer mehr Menschen nehmen an ihm Platz und fordern dazu auf, ebenso Platz zu nehmen.

Heute startet die nächste “Staffel” von #allesaufdentisch. Mit dabei sind u.a. die ehemalige Familienministerin Kristina Schröder, also erstmals ein ehemaliges Regierungsmitglied, sowie die Professoren Christof Kuhbandner und Philip Manow, der Ökonom Marc Friedrich und der Psychologe Raphael M. Bonelli.

Die nächste Welle ist die Welle der Aufarbeitung. Die nächste Welle sind wir.


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