Und jetzt, Generation Corona?

Ratschläge an mein jüngeres Ich in Zeiten der Pandemie. Kolumne.

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Letztens wurde ich gefragt, wie ich eigentlich mit der Situation umgehe, in Sachen «Corona» quasi diametral im Gegensatz zur regierungsfreundlichen Mainstreamseite zu stehen. Die ehrlichste Antwort wäre: Ich halte von den meisten Journalisten schlicht wenig. Sie sind, wie quasi überall, oft einfach nur Karrieristen. Tief im Inneren mag noch eine Revoluzzer-Seele schlummern. Im Außen sehnen sich die meisten danach, zu einer quasi verbeamteten Medien-Nomenklatura zu gehören.

Eine gewisse Grundverachtung verhindert in meinem Fall also Komplizenschaft.

Die differenziertere Antwort fällt so aus: Zwei Fragen wurden mir zu meiner Verwunderung in den letzten 20 Monaten irgendwie nie gestellt. Einmal die Frage, ob man nicht einmal ehrlich kollegial die Faktenlage vergleichen will. So richtig nach harten wissenschaftlichen Maßstäben? Dann müsste doch klar werden, wer eher auf dem Pfad der Irrationalität unterwegs ist. Vielleicht bin es ja ich?

Und zum anderen die Frage, warum ich eine Mainstreamkarriere in den Wind schlage, um mich gedanklich in Querdenkermilieus zu tummeln. Zumindest auf diese Frage kann ich antworten: Weil ich zuerst meiner Überzeugung folge und erst dann über die Folgen für meine Karriere nachdenke. Was wäre das überhaupt für eine «Karriere», die man gegen die eigene Überzeugung macht?

Die Ungereimtheiten in Sachen Corona sind erdrückend zahlreich: von Event 201 über die sich erhärtende Wuhan-Laborthese, den blitzschnell paraten PCR-Tests, einer Vakzinentwicklung noch vor Ausbruch der Pandemie in Europa, hin zu DiviGate, Covid-TodesratenGate oder zu gerade auffällig häufig kollabierenden Sportlern.

Das ist nur der Mindestkenntnisstand an Seltsamkeiten. Von Adorno stammt der Satz: «Es gibt kein richtiges Leben im Falschen». Offenbar sind sehr viele gerade anderer Meinung, sonst wären sie ja Dissidenten. Wie lange noch? Haben sie sich je mit den Argumenten der Gegenseite auch nur beschäftigt? Wie kann man angesichts dieses Stapels von Seltsamkeiten das Covid-Gesetz, das in der Schweiz am 28. November zur Abstimmung steht, nicht mit klarem «Nein» ablehnen?

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Auf der anderen Seite zu stehen bedeutet, nach einer Luftblase der Wahrheit in einem Morast der Lüge suchen. Es geht um den «Versuch, in der Wahrheit zu leben», wie der Titel eines Buches von Vàclav Havel lautet. Das Wort Dissident lehnte er für sich ab. Und zwar aus gutem Grund. Denn Dissident klingt wie Abtrünniger. Havel schreibt: «Die Dissidenten fühlen sich aber nicht als Abtrünnige, als Treulose, weil sie nämlich niemandem untreu geworden sind, eher umgekehrt: Sie sind sich selbst mehr treu geworden. Falls sich manche doch von irgendetwas abgewandt haben, dann nur davon, was in ihrem Leben falsch und entfremdend war, also: von dem Leben in der Lüge.»

Das Offensichtliche wird unsichtbar gemacht

Welchen Ratschlag hätte ich mir als junger Mensch gewünscht, der gerade vor der Entscheidung steht, sich für eine der beiden Welten entscheiden zu müssen? Ich hätte mir irgendeinen Fahrplan gewünscht, irgendein gedankliches Geländer. Etwas wie:

1. Widerstand wirkt. Jeder kritische, das Denken anregende Gedanke, der geäußert wird, verändert die Welt.

2. Verändere so viel, wie du kannst, und fange bei dir selbst an. Die beste Veränderung der Welt geschieht durch Beispiel.

3. Lege vor dir selbst ehrlich Rechenschaft ab, was machbar ist und was nicht. Ist der Gaul totgeritten, zögere nicht, abzusteigen.

4. Baue am Neuen, wenn sich das Alte nicht reformieren lässt. Schon seit dem alten Rom sind junge Menschen dazu aufgerufen, einen «heiligen Frühling» einzuleiten, also ein neues Leben fern ab der vertrauten Heimat zu beginnen, wenn vor Ort die Möglichkeiten dafür nicht gegeben sind.

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