Wird´s besser, wird´s schlimmer?

Zur Sommerpause: Zeit, kurz zurückzublicken und ein klein wenig nach vorne.

Liebe Leserinnen und Leser,

ich pausiere das Schreiben im August und bin im September wieder mit neuen Texten am Start.

Ich nutze die Zeit, um den Fokus auf andere Themen zu lenken, neue Ideen zu entwickeln und dem Leben in seiner ganzen Schönheit und Vielfalt nachzuspüren wo ich es noch vermute, und sei es am Ende der Welt. Denn ohne Kontakt zur Fülle des Lebens trocknet alles aus, nicht zuletzt die Kreativität. Der Blick geht also jetzt auf die Weite des Meeres, das Grün des Dschungels und den Gipfel der Berge. In der Zeit der Pause sind auch die Abonnements deaktiviert. Es geht Ihnen also nichts verloren.

Lassen Sie mich an dieser Stelle ein paar persönliche Worte an Sie alle richten.

Diese Publikation existiert nun seit fast 10 Monaten. Aus einem Info-Newsletter zum «Appell für freie Debattenräume» ist längst – freiwillig oder unfreiwillig – ein kritisches Medium mit wachsender (und mich manchmal fast erschlagender) Resonanz geworden. Jeden Beitrag lesen zehntausende Menschen und die Zahl der Abonnenten steigt kontinuierlich. Dafür danke ich Ihnen von Herzen. Insbesondere dafür, dass Sie die Texte lesen, kommentieren, weiterverbreiten, mich für Zweitverwertungen kontaktieren. Sie alle haben aus mir, auch dank Ihrer finanziellen Unterstützung, einen im besten Wortsinn «freien Journalisten» gemacht. Ich bin niemandem verpflichtet außer der Wahrheit und habe heute weitaus mehr und intensiveren Publikumskontakt als zu meiner Zeit bei Mainstream-Medien, wie der NZZ.

Sie alle lassen damit den Namen der Publikation wahr werden, ja, Sie verleihen diesem Flügel. Der Begriff «Freischwebende Intelligenz» stammt aus der Wissenschaftssoziologie und steht für die nirgends angestellten, nicht kategorisierbaren, unabhängigen, unideologischen und freien Denker. Diesem Erbe der Aufklärung fühle ich mich verpflichtet und tue es auch weiterhin. Natürlich habe ich meine politischen Ansichten. Doch ich lehne für mich jede Form von Stammeskultur oder Tribalismus ab. Ich bin, wenn überhaupt, im Team der Nicht-Stammeskrieger. Das Denken in ideologischen Mustern ist kein Denken, sondern Glauben. Ideologie verkleistert das Hirn. Für mich zählt der ungestörte Prozess der Wahrheitsfindung und ich vertraue auf das sich daraus ergebende, ehrliche Ergebnis. Dass dieser Prozess gerade erheblich gestört ist, lässt sich schwerlich abstreiten und nur durch ein Gegenangebot an ehrlicher Publizistik, halbwegs reparieren.

Ich danke Ihnen an dieser Stelle auch für die unendlich vielen aufmunternden Worte. Manche von Ihnen schreiben mir, dass meine Texte ihnen Mut und Luft zum Atmen geben. Ich darf Ihnen versichern: Mir geht es mit Ihren Reaktionen genauso. Im Grunde hat sich niemand von uns die aktuelle Situation ausgesucht. Ich persönlich wünsche mir seit langem, mal wieder über etwas anderes zu schreiben als über das elende C-Thema. Ich komme mir vor, wie an die Front eines Informationskrieges zwangsversetzt, den ich mir nicht ausgesucht habe und nenne diese Zeit insgeheim mein «unfreiwilliges soziales Jahr». Ob die vielen kritischen Texte zu Corona etwas bewirken oder verändern? Ich weiß es nicht und im Grunde ist es mir auch (fast) egal. Ich will möglichst viel von dem was passiert aus der Weitwinkelperspektive (nicht unbedingt tagesaktuell) analysieren, durchdringen, dokumentieren. Ich will für später festhalten, was man hätte wissen können, wenn man genauer hingeschaut hätte. Und ich möchte den Stoff sammeln helfen, um die Verantwortlichen dafür zur Rechenschaft zu ziehen. Denn dies ist keine Naturkatastrophe. Sie ist von Menschen gemacht.

Was hier vor unser aller Augen passiert, halte ich für ein Menschheitsverbrechen, für eine (neue?) Form organisierter Kriminalität, einen auf die Spitze getriebenen Korporatismus mit unübersehbarer strukturell-systemischer Korruption. Ich bin nachwievor davon überzeugt, dass das Corona-Narrativ krachend in sich zusammenfallen wird. Die Wahrheit lässt sich nicht aufhalten, nur ablenken. Im besten Fall werden wir in einer von uns (mit)gestalteten neuen Gesellschaftsordnung ankommen, die nicht mehr viel von der Blindheit, Überzuckerung und Infantilität der letzten Jahre an sich haben wird. Im schlimmsten Fall landen wir in einer totalitären Dystopie, deren Existenz viele allein schon deshalb anzweifeln, weil sie sich nicht vorstellen können, dass «so etwas» einfach vor ihren Augen passiert. Aber vielleicht tut es das gerade deshalb?

Schon länger überlege ich, in welche Richtung sich diese Publikation entwickeln kann oder sollte. Soll ich weitere Autoren einbinden? Ein breiteres Spektrum an Themen abdecken? Auch Sie, die Leserinnen und Leser stärker für Prozesse der Recherche, Übersetzung, Korrektur ansprechen? Wollen Sie mehr Podcasts oder Videos? Schreiben Sie mir doch diesbezüglich gerne Ihre Gedanken, sei es per Mail (kontakt@idw-europe.org) oder in die Kommentare. Bisher bin ich mehr oder weniger ein 1-Mann-Betrieb.

Thematisch will ich mich in Zukunft stärker der Frage widmen, wie mit der jetzigen Situation umzugehen ist. Wie kann und soll man sich jetzt am besten positionieren, sei es geistig-psychisch, wirtschaftlich, lebensalltäglich? Wie kommt man möglichst unbeschadet durch diese Zeit? Wie kann man sich zur Wehr setzen? An welchen Strukturen gilt es jetzt zu bauen? Was kann man der Spaltung, Ideologisierung, Verdummung entgegensetzen? All das schließt für mich deutliche Kritik an den aktuellen Entwicklungen nicht aus; ich denke jedoch, dass dieses Medium mittelfristig hilfreicher ist, wenn es Menschen zusammenbringt, Kooperationen begünstigt und insgesamt dazu beiträgt «dem Neuen» Flügel wachsen zu lassen, statt sich nur am Siechtum des Alten abzuarbeiten.

Das Corona-Thema wird so schnell nicht weggehen, so sehr ich es mir auch wünsche. Jede Hoffnung diesbezüglich wäre naiv. Der Weg der Machtkonzentration und Technokratisierung ist beschritten, egal ob jetzt durch Corona, eine zunehmend übergriffigere Klimapolitik oder irgendwann mal einen Cyberangriff. Wir sind mittendrin und haben den Peak davon vielleicht noch nicht mal gesehen, auch wenn durch Diffamierung, Entmenschlichung und aktiver staatlicher Volksverhetzung (aktuell gegenüber Impfgegnern) für mich schon seit langem jede rote Linie überschritten ist.

All dies mag uns betrüben und schockieren aber Schockstarre hilft gerade nicht. Denken wir lieber umgekehrt: Ein System, welches so aggressiv gegen die Bürger vorgeht, ist von einer Mischung aus Dilettantismus und Angst getrieben. Wenn es eine Agenda gibt, funktioniert sie scheinbar miserabel. Die Politik baut sich einen Sprengsatz mit langer Lunte und den etablierten Medien läuft das Publikum davon. Darin steckt ein enormes Potenzial oder um es mit Klaus Schwab zu sagen: ein «Window of opportunity» (sorry, der musste sein). Veränderung kam immer von kleinen, entschlossenen Gruppierungen, nie von der amorphen Masse. Einer Machtkonzentration lässt sich nur durch Dezentralisierung der Macht entgegenwirken, durch ein aktiv vorgelebtes Gegenmodell und neue Strukturen. Wir werden an Zitadellen für freie Bürger arbeiten müssen, an Refugien und einer neuen Art des Zusammenlebens, neuen Medien, neuem Geld, einem neuen Leben. Darin liegt einiges an Arbeit, ein Risiko des Scheiterns aber auch eine enorme Chance.

Eine erste Idee in diese Richtung ist ein neues Bildungsangebot mit dem Namen «Symposium», eine (kostenpflichtige) Online-Universität an der ich mich zusammen mit anderen Dozentinnen und Dozenten aktiv beteiligen will. Wenn Sie mehr über dieses Angebot wissen wollen, können Sie sich auf dieser Seite registrieren. Am 06.08. geht es los mit den ersten Inhalten. Hier noch ein paar Worte von Gunnar Kaiser, dem Mit-Initiator dieses Projekts.

Wir sehen uns hier im September wieder.

Verzweifeln Sie bis dahin nicht.

Aber bezweifeln Sie gerne alles.

Ihr

Milosz Matuschek


Alle bisher erschienenen Beiträge finden Sie im Archiv oder unter dem Link https://miloszmatuschek.substack.com/. Sie erreichen mich unter kontakt@idw-europe.org oder wenn Sie auf diese Mail antworten.

Bisher sind zudem mehrere Serien erschienen: